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Impuls zum 4. Advent 

"... mein's Herzens Tür dir offen ist..."

von Pastor G. Michael Ehlert

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In dem Adventslied „Macht hoch die Tür…“ heißt es in der 5. Strophe:

„Komm, o mein Heiland Jesu Christ, mein’s Herzens Tür dir offen ist.“

 

Maria ist mutig – auf die Ankündigung eines Botten Gottes hin stimmt sie einer Schwangerschaft zu, die in den Augen der Menschen nur als Ehebruch mit ihrem Verlobten Josef (miss-)verstanden werden konnte.

Und Josef ist mutig – aufgrund der Botschaft eines Traumes ist er bereit, Maria nicht zu verstoßen oder gar steinigen zu lassen, sondern sie als seine Frau anzunehmen – egal, was die frommen Leute darüber denken werden.

So konnte es damals mit der Geburt Jesu zu einer „Zeitenwende“ kommen: Wir sprechen von der Zeit vor Christi Geburt und der Zeit nach Christi Geburt.

 

Der Begriff "Zeitenwende" ist von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres 2022 gekürt worden. – Wir leben in einer Zeitenwende – im Blick auf das, was der menschenverachtende Angriffskrieg Putins gegen die Ukraine weltweit ausgelöst hat, wir leben in einer Zeitenwende im Blick auf den Klimawandel, wo in verschiedenen Bereichen der Kipppunkt bereits überschritten ist, wir leben in einer Zeitenwende im Blick auf die Kirche…

Vielleicht rufen wir intensiver als bisher: „Komm, du Heiland aller Welt…“

Himmel

Im Blick auf das Evangelium drängt sich mir die Frage auf:

Wo sind sie heute – mutige Menschen wie Maria und Josef, die mit ihrem ganzen Leben sich dafür einsetzen, dass Gottes Wort der Liebe in unserer Zeit zur Welt kommen kann?

 

Wo sind sie heute – die Menschen, die bereit sind, auf einen Impuls hin, den sie als Gottes Botschaft verstehen, ihr Herz zu öffnen, ihr Haus zu öffnen und ihre Lebensweise zu ändern, um Fremde aufzunehmen, um mit ihnen und ihrer fremden Lebensweise zusammenzuleben…

um Neues zu wagen, was bisherige feste Traditionen aufbricht…

 

Wo sind sie heute, die festgefahrene Vorstellungen in unserer Kirche über Sexualität, Liebe, Ehe und andere Lebensformen im Licht des Evangeliums neu zu sehen und mutig neue Schritte zu gehen?

 

Wo sind sie heute, die mutigen Menschen, welche die Grundlagen des Friedens in Wahrheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Freiheit neu ausloten, die durch den Angriffskrieg Putins gegen die Ukraine ins Wanken geraten sind?

 

Im Blick auf Gottes Verheißungen wage ich zu hoffen,

dass Gott auch in all den Um- und Abbrüchen unsrer Zeit da ist und mutige Menschen sucht, die wie Maria und Josef – JA sagen und dem Geist Gottes Raum geben in ihrem Leben. Dann kann auch durch Menschen wie Du und Ich Weihnachten werden und Gottes Liebeswort zu den Menschen kommen.

Himmel

„Du wagst dein Ja – und erlebst einen Sinn.
Du wiederholst dein Ja – und alles bekommt Sinn.

Wenn alles Sinn hat, wie kannst du anders leben als ein Ja?“

 

Dag Hammarskjöld

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