Impuls für den Alltag

Impuls für den 14.10.2018

Mk. 10,23 „Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen!“

Die Tendenz von Immobilien ist, dass sie immobil machen. Das ist nun einmal so und das können wir ständig und überall beobachten. Wer ein Ferienhaus an der Adria besitzt wird wohl dort auch seinen Urlaub verbringen. Urlaubstage in den Bergen sind da eher unwahrscheinlich. Wer ein eigenes Haus in Oelde hat in dem er mit seiner Familie daheim ist wird ein Jobangebot in Hamburg wohl kritischer prüfen als derjenige, der kein eigenes Haus in Oelde hat.

Nun ist weder die Ferienvilla an der Adria noch das eigne Heim in Oelde etwas Schlechtes. Ganz im Gegenteil! Und der Besitzer einer solchen Immobilie ist auch kein besserer oder schlechterer Mensch als der, der eine solche nicht besitzt. Aber nichts ist neutral, alles ist zum Besseren oder Schlechteren und hat so einen Einfluss auf unser Verhalten. Darüber gilt es sich Rechenschaft zu geben und immer und immer wieder gilt es zu überprüfen ob ich mich in nicht mehr vertretbarer Weise von Dingen abhängig mache, die von mir abhängen sollten. Bin ich also noch frei für Anderes, insbesondere den anderen Menschen? Sind mir Menschen, Beziehungen wichtiger als Dinge?

Wie viele Beziehungen, Ehen, Freundschaften sind schon gescheitert weil Dinge wichtiger schienen? Dabei wissen wir doch, dass Geld nicht glücklich macht. Ja, sagt der Bekannte mit einem Grinsen, stimmt, aber Geld beruhigt. Ja, es beruhigt, weil es ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Und Sicherheit wollen wir alle! Mehr noch aber verlangen wir doch danach glücklich zu sein und dazu reichen alle vermeintlichen Sicherheiten nicht aus. Es bedarf des Du, es braucht die Beziehung, damit wir uns selbst im Anderen wiederfinden und in unvermutet beglückender Weise entdecken können.

Nur eine solche Beziehung fällt uns nicht in den Schoß. Sie bedeutet lebenslanges Sich-Mühen, es bedeutet Opferbereitschaft und Kompromiss, es bedeutet gegenseitige Hilfe und wechselseitige Unterstützung. Es ist ein Kampf um Freiheit, um frei zu sein für das Du, was anders nicht gelingen kann. Letztlich heißt es nämlich alles auf eine Karte zu setzen. Alles, bedingungslos und ohne Einschränkung! Sich frei machen von allem, was dabei hindert wird umso schwerer fallen je mehr Besitz man hat von dem es sich zu befreien gilt.

Kann uns das gelingen? „Jesus sah sie an und sagte: Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich.“ (Mk. 10,27)

Pater Happel